Logistik 4.0: Mit diesen 5 Schritten gelingt der Start

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Industrie 4.0 ist in aller Munde. Doch was steckt hinter diesem Begriff und wie setzt man sie in der Logistik erfolgreich um? Diese Fragen stellen sich derzeit viele KMU in Deutschland. Wir klären auf und geben Ihnen eine Anleitung, damit der Start in die Digitalisierung gelingt.

Das Wirtschaftslexikon „Gabler“ definiert Logistik 4.0 als

„(…) die Vernetzung und Verzahnung von Prozessen, Objekten, Lieferkettenpartnern (Lieferanten, Herstellern, Großhändlern, Einzelhändlern und Logistikdienstleistern) und Kunden durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) mit dezentralen Entscheidungsstrukturen, um Effizienz (z. B. durch Transparenz, Automatisierung, Prozessgeschwindigkeit, Fehlerreduktion und Bündelung) und Effektivität (z. B. durch Flexibilität und individualisierte Dienstleistungen, Prozesse und Produkte) zu erhöhen.“

Doch wie geht man diese „Vernetzung und Verzahnung“ an? Und ist alles, was möglich ist, auch sinnvoll? Der folgende Fahrplan zeigt, wie Sie die digitale Transformation zur Logistik 4.0 in fünf Schritten richtig vorantreiben.

1. IT in die IT-Abteilung? Weit gefehlt – Logistik 4.0 zur Chefsache erklären
Logistik 4.0, Digitalisierung, intelligente Systeme: Klingt nach IT? Ist es auch, trotzdem sollte das Thema nicht allein in der IT-Abteilung angesiedelt werden, denn damit hat es nur mittelbar zu tun. Setzen Sie das Thema on Top auf die Agenda und erklären Sie es zur Chefsache. Das bedeutet: Während die IT für eine erfolgreiche Umsetzung sorgt, , sollte die Planung dafür in der Chefetage laufen. Hier liegen die Entscheidungsbefugnisse und hier muss eine solide Strategie entwickelt und deren Umsetzung begleitet werden. Das heißt nicht, dass die Fachleute außen vor gelassen werden sollten. Im Gegenteil. Das Fachpersonal sollte frühestmöglich eingebunden sein, da es die Neuerungen umsetzen muss und erfahrungsgemäß auch wertvolle Impulse aus der täglichen Praxis liefert.

2. Bestandsaufnahme – Den Ist-Zustand prüfen
In einem zweiten Schritt sollten Sie eine Bestandsaufnahme des umzustrukturierenden Bereichs durchführen. Ob Sie Ihr Lager mit autonomen Flurförderfahrzeugen ausstatten und Drohnen 4.0-fertig machen möchten oder Ihre Lieferkette transparent gestalten wollen – wichtig ist herauszuarbeiten, wie Ihre Strukturen aktuell aufgebaut sind. Sprich: Mit wem arbeiten Sie zusammen, wie findet die Kommunikation statt und welche Systeme oder Technologien werden dafür genutzt? Es gilt auch zu prüfen, ob Sie Ihr vorhandenes Warehouse Management System oder Ihre elektronischen Datenaustauschprogramme (EDI) erweitern oder Schnittstellen für die Integration weiterer Systeme schaffen können. Auch eine Nachfrage bei den Handelspartnern lohnt sich. Da diese z.B. bei der Optimierung Ihrer Supply Chain in den Prozess mit einbezogen werden müssen, kann das Wissen um deren Ausstattung und eine mögliche Kompatibilität hilfreich sein.

In diesem Schritt geht es in erster Linie darum, sich einen detaillierten Überblick zu verschaffen und ressourcensparend die weitere Planung voranzubringen. Wichtig ist an dieser Stelle darüber hinaus die Budgetierung des Vorhabens.

3. Bedarf feststellen – Den Soll-Zustand formulieren
Wenn Sie sich einen Überblick über die aktuelle Lage Ihrer Logistik gemacht haben, haben Sie eine gute Basis, auf welcher Sie eine fundierte Bedarfsanalyse starten können. Im Kern sollte es darum gehen, was Ihr Unternehmen entscheidend voranbringt und durch welche Neuerungen Sie sich optimal für die Zukunft aufstellen können. Hier gilt es jedoch realistisch zu bleiben. Zum einen was die Höhe der machbaren Investitionen angeht und zum anderen den Zeitplan für die Implementierung: Eine transparente Supply Chain innerhalb eines Monats ist genauso unrealistisch wie der Aufbau eines smarten Lagers mit einem Budget von 10.000 Euro.
Setzen Sie sich Etappenziele, bestimmen Sie Benchmarks und betten Sie dies in einen machbaren Zeitplan ein. Kurzum: Bauen Sie mit Hilfe Ihrer Fachleuchte (oder externer Berater) eine Strategie auf, deren Umsetzung Sie maßgeblich begleiten. Je nachdem was Sie umsetzen wollen, sollten Sie hier ggf. auch Ihre Geschäftspartner wie Produzenten, Lieferanten oder Logistikpartner mit an Bord holen. Für den Aufbau einer transparenten Supply Chain müssen beispielsweise alle Parteien an einem Strang ziehen. Alleingänge sind nicht zielführend.

4. Geeignete Technologie wählen – Sicherheitsaspekt bedenken
Die Strategie steht, Sie wissen was Sie wollen? Nun gilt es die geeignete Technologie zu finden. Sowohl für die Hard- als auch für die Software gibt es zahlreiche Anbieter, die ihre Produkte gerne in Ihrer Firma sehen möchten. Um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen, kann jedoch der Besuch eines Kompetenzzentrums sinnvoll sein. Aktuell gibt es in Deutschland elf Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert werden. Bei dem im Februar diesen Jahres eröffneten Zentrum in Hamburg, liegt der Schwerpunkt auch auf dem Bereich Logistik. Lassen Sie sich ausgiebig beraten, testen Sie – wenn möglich – die Anwendungen und beziehen Sie auch Ihr Fachpersonal oder Ihre externen Berater mit ein. Auch Ihre Handelspartner können Ihnen vielleicht erstes Feedback zu den eigenen eingesetzten Anwendungen geben.
Im Hinblick auf die Einhaltung von umfänglichen Sicherheitsbestimmungen sollten Sie darüber hinaus einen Sicherheitsbeauftragten oder ein Spezialunternehmen beauftragen. Zudem sollte die Vernetzung mit Partnern juristisch abgesichert werden.

5. Change-Kommunikation – Für das Neue begeistern
Während des ganzen Prozesses sollten Sie eines nicht vergessen: Die Kommunikation. Gerade beim Thema Digitalisierung scheiden sich die Geister. Hier gilt es, mögliche Ängste ernst zu nehmen sowie Veränderungen frühzeitig offen anzusprechen und diese transparent zu gestalten. Eine Unternehmenskultur, die alle mitnimmt und für das gemeinsame Ziel begeistert, ist ausschlaggebend für den Erfolg derartiger Projekte.

Fazit
Bei der Umsetzung von Logistik 4.0 wird das Rad nicht neu erfunden. Es wird lediglich in eine neue Spur gebracht. Dies ist mit einigen Unwegsamkeiten verbunden, die sich Mithilfe der richtigen Fachleute jedoch gut meistern lassen. Letztlich führt an der Digitalisierung logistischer Prozesse kein Weg vorbei. Um zukunftsfähig zu bleiben, sollte jedes Unternehmen prüfen, wo es starten kann, um seine Abläufe effektiver, transparenter und dadurch letztlich kosteneffizienter zu optimieren.

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